Biografie
Karin Günther wurde 1943 in Sommerau geboren – an jenem Ort, an dem sie heute wieder lebt und wirkt.
Nach ihrer Ausbildung im Damenschneiderhandwerk erwarb sie den Meistertitel an der Modefachschule in Frankfurt. Anschließend leitete sie ein Modeatelier in Aschaffenburg. Danach machte sie eine Ausbildung zur Fachlehrerin in Kunst und Arbeitslehre und unterrichtete diese Fächer von 1978 bis 1997 an mehreren hessischen Gesamtschulen.
Nach einem Verkehrsunfall im Jahre 1994 musste sie aus dem Schuldienst ausscheiden und arbeitet seitdem als freie Künstlerin. Anfangs galt ihre Liebe der Malerei und der Arbeit mit Speckstein und Tiffanyglas. Später entwickelte sie aus den zweidimensionalen Gemälden dreidimensionale Reliefgemälde, weil sie damit ihre Ausdrucksmöglichkeiten steigern konnte. Danach experimentierte sie mit Assemblages.
Bereits während ihrer Zeit als Lehrerin begann sie, mit ihren Schülern plastische Figuren zu gestalten. Zuhause galt ihre Vorliebe bereits Figuren aus Holz, Pappmache‘, Speckstein und Gips. Schließlich wagte sie einen neuen Schritt: lebensgroße Skulpturen aus Mörtel für den Außenbereich zu gestalten. Dabei musste sie allerdings berücksichtigen, dass Skulpturen in einer Gartenlandschaft anders wirken als in den Räumen eines Museums.
Bei der Gestaltung der Skulpturen geht es der Künstlerin nicht um die naturgetreue Abbildung der Wirklichkeit, sondern sie möchte ihre Gefühle und Gedanken zum Ausdruck bringen. So entstehen meist surreale Skulpturen, die inzwischen den Garten bevölkern und bei Führungen besichtigt werden können.
Studienreisen z.B. in die Türkei, nach Italien, Marokko und Spanien (hier der Besuch des „Dali-Dreiecks“ Figueres, Portlligat und Pubol), aber auch der regelmäßige Besuch von Ausstellungen weiten ihre Blick, beflügeln ihre Phantasie und machen ihr Mut, im künstlerischen Bereich noch mehr zu wagen. Sie ist ferner Mitglied in verschiedenen Vereinen, die sich der Förderung der Kunst widmen, unter anderem des Förderkreises Jesuitenkirche, des Kirchner-Hauses und von ZAK (Alte Dorfkirche Hausen).
Beim Rückblick auf die künstlerische Entwicklung Karin Günthers zeigt sich ihre vielfältige handwerkliche und künstlerische und Begabung. Sie hat sich die Techniken, mit denen sie ihre kreativen Ideen umsetzt, selbst angeeignet. All dies ohne akademische Ausbildung.
Chronologischer Überblick
1943
Geburt in Sommerau
Im historischen Ortsteil von Eschau im Spessart
Ausbildung
Textile Ausbildung
Anschließend Studium mit Meisterabschluss in Mode in Frankfurt
Beruf
Leiterin eines Modeatelier
Erfolgreiche Tätigkeit in der Modewelt
1978–1997
Fachlehrerin für Kunst und Arbeitslehre
Lehrerin an einer Schule; Weitergabe künstlerischer Kenntnisse
seit 2005
Freie Künstlerin
Schwerpunkt: Malerei und großformatige Skulpturen im Außenbereich
2023
DenkOrt Deportationen
Enthüllung des Gedenkoffers vor dem Rathaus Eschau am 27.04.2023; Duplikat am Würzburger Hauptbahnhof
Der Skulpturengarten
Karin Günther lebt gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang Günther in einem historischen, über 400 Jahre alten Anwesen – dem ehemaligen Fechenbach’schen Adelspalais. Den weitläufigen Garten des Anwesens hat sie über die Jahre in einen einzigartigen Skulpturengarten verwandelt, der inzwischen über 40 Skulpturen beherbergt. Neben dem eisernen Törchen des Eingangs hängt für Neugierige ein Kästchen mit Foldern. Darin enthalten sind zahlreiche Informationen über die Künstlerin, über die Geschichte des ehemaligen Adelspalais‘ sowie deren frühere Bewohner.
Im hinteren Teil des Gartens steht zudem die kleine Burg „Malepartus“, die dem Garten zusätzlichen historischen Charme verleiht.